Typisierung von Ankertexten im SEO

Bei unseren Linkaudits und der Erarbeitung von Linkaufbaustrategien für Kunden unterscheiden wir bei der AKM3 acht verschiedene Typen von Links. Heute wollen wir unseren Ansatz zur Typisierung von Ankertexten mal der breiten Weböffentlichkeit vorstellen inklusive eines Anwendungsbeispiels und sind dann gespannt auf ergänzende Gedanken und Feedback.

Für unsere Typisierung unterschieden wir zunächst einmal in die Ankertext-Elemente a) Brand-Keyword, b) Money Keyword und c) Non-Money Keyword. Die Brand-Keywords sind sicher am einfachsten erklärt: Dabei handelt es sich um Ankertexte wie „Zalando“, „Parship“, „Immobilienscout24“ und so weiter. Nun zu den anderen beiden Typen von Ankertext-Elementen. Diese unterscheiden wir mit einer ganz einfachen Regel: Gibt es Adwords Anzeigen, wenn man das Keyword bei Google eingibt? Bei „Privatversicherung“ gibt es Anzeigen bis zum Abwinken – entsprechend ist es ein Money Keyword. Bei „hier“ oder „diese Website“ gibt es nie eine Anzeige – entsprechend ist es ein Non-Money Keyword.

Folgendermaßen spannen wir die Typisierung der Ankertexte entsprechend auf. In den Feldern findet ihr zur besseren Verständlichkeit jeweils ein Beispiel. Wir haben die Beispiele alle an einem Unternehmen angewandt.

Ankertexttypen

In der Tabelle seht ihr jeweils mit Beispielen sechs Typen von Ankertexten. Darüber hinaus gibt es noch zwei andere Arten – die „Dreier Kombi“ mit sowohl Money, als auch Non-Money und Brand Keywords sowie die URL-Ankertexte. Ein Beispiel für einen Ankertext mit der „Dreier Kombi“ wäre „dort bei Zalando Schuhe kaufen“.
Bei URL-Ankertexten sind – obwohl sie häufig genutzt werden – eher als Sonderfall zu verstehen. Daher müssen sie getrennt betrachtet und im Folgenden kurz erklärt werden.

URL-Ankertexte

Mit URL-Ankertexten ist beispielsweise so etwas wie „http://www.zalando.de“, „www.zalando.de“ oder „zalando.de“ gemeint. Bei URL-Ankertexten scheiden sich die Geister bezüglich vermuteter Wertung seitens Google seit März letzten Jahres. Seit dem hat Google (leider genau parallel zu Panda Änderungen / Verbesserungen beim Umgang mit Symbolen (Trennzeichen?) angekündigt, „Improvements to handling of symbols for indexing“. Sowohl bei uns firmenintern als auch in der ganzen Branche scheiden sich seitdem die Geister wie Google einen Ankertext wie „www.zalando.de“ interpretiert. Die einen sind sich sicher, dass Google diesen als ein einziges, zusammenhängendes Wort interpretieren wird. Andere glauben, dass Google die URL eher als drei Worte interpretiert, also so wie „www zalando de“. Das Ganze ist sicherlich weniger kritisch bei Unternehmen, die einen Markennamen haben, der keinem generischen Money-Keyword entspricht. Bei denen ist diese Frage eher intellektueller Sport. Das Thema ist aber dann kritisch, wenn das Unternehmen eine Keyworddomain hat, also fluege.de, fahrrad.de, finanzen.de oder windeln.de. Interpretiert man die URLs als „ein“ Wort, so würden diese eher den Brand-Ankertexten zugeordnet werden. Wenn die URLs aber als mehrere Worte gewertet werden, dann handelt es sich eher um eine Kombination aus Money und Non-Money Keyword. Es wird deutlich, dass man hier genau hinschauen und im Einzelnen eine Fallunterscheidung machen muss. Wir klammern daher im folgenden Beispiel für die Typisierung der Ankertexte die URL Links mal aus.

Offensichtliches SEO vs. wahrscheinliche Natürlichkeit beim Ankertext

Um die operative Brücke von dieser Typisierung der Ankertexte zur Bewertung existierender Links oder die Entwicklung Linkmarketingstrategie zu schlagen, muss man die verschiedenen Typen noch hinsichtlich ihrer Sichtweise durch Google einordnen. Hierzu ordnen wir die Ankertexttypen auf einem Kontinuum in vier Gruppen ein. Auf dem einen Ende befinden solche Ankertexte, die mit hoher Wahrscheinlichkeit Resultat von SEO-Bemühungen sind. Auf dem anderen Ende findet man die Ankertexte, die wahrscheinlich natürlich sind. Folgendermaßen ordnen wir die verschiedenen Arten von Ankertexten ein.

 

Jetzt zeigt es sich deutlich warum die Einordnung praktisch ist, oder? Wenn ein Wettbewerber oder gar Search Quality Mitarbeiter mal die Links unter die Lupe nehmen würde – was wäre wahrscheinlich OK und was wäre gefährdet, durch manuelle Abwertung oder von algorithmischen Neubewertungen erfasst zu werden? Wir glauben, dass man mit so einer systematischen Ausdifferenzierung verschiedener Fälle von Ankertexten viel genauer den Status Quo analysieren und Gefahren aufdecken kann und man auch den Idealfall, den man sich wünscht, gut definieren kann, oder?

Anmerkung: Die Grafik zur Einordnung der Ankertexte enthielt einen kleinen Fehler, welchen wir nun korrigiert haben. Vielen Dank an Hanns Kronenberg (Kommentar auf Facebook) und Henry Zeitler (Kommentar hier im Blog) für die Hinweise.


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Kommentare (9)

  1. Danke für den interessanten Artikel!
    Ich denke ein hochwertiger Ankertext ergibt sich aus dem Linkkontext, sollte immer deskriptiver Art sein und folgt hauptsächlich den Regeln der Barrierefreiheit.
    Ein URL-Ankertext ist eher suboptimal, denn die Adresse existiert ja bereits im Anchor-Tag selbst.
    Das Title-Attribut sollte auch nicht außer Acht gelassen werden (ich weiß, ist hier gerade nicht Thema), denn hier können weitere ergänzende Infos untergebracht werden.
    Auf den Artikel bezogen käme das Ganze in den meisten Fällen wohl der 3er Kombi am nächsten. Gute Erklärungen für einen sinnvollen Aufbau des Ankertextes gibt es auf Einfach für Alle (http://www.einfach-fuer-alle.de/blog/id/2759/).

    Anmerkungen zum Artikel:
    In der zweiten Grafik existiert „Non-Money & Brand“ zwei mal. Gewollt?
    Und unter „URL-Ankertexte“ hast Du eine URL nicht verlinkt, wobei siehe + Link-in-voller-Länge ein schlechter Ankertext wäre ;-).

  2. hallo andre,

    danke, toller beitrag. doch in wie weit will sich das steuern lassen, wenn der linkaufbau sehr stark organisch passieren soll und man nach dem stein des anstoßes keine „verfügungsgewallt“ mehr über die linktexte hat.

  3. Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Bezüglich der Keyworddomainproblematik würde mich interessieren, was ihr den Leuten empfehlt, die Keywordprojekte haben. Sollen die dann mit http verlinken oder würde selbst das eurer Meinung nach nichts bringen ?

    Wenn Google sowas wie http://www.zalando.de wirklich als www zalando de sieht, dann sollte dies meiner Meinung nach nur ein aktueller Fehler sein, den sie früher oder später beheben müssen um Keywordprojekte richtig zu beurteilen und nicht fälschlicherweise abzustrafen.

  4. Cooler Artikel!

    Freue mich immer, wenn SEO-Kollegen sich die Mühe machen, Teile ihrer Arbeit durchschaubar und klassifizierbar zu machen.
    Die Idee mit den zwei Dimensionen fand ich auch gut.
    Ich spare mir an dieser Stelle die Kommentare à la „Die Mischung macht’s“ – Ich finde den Ansatz gut, die Sprache dahin gehend zu normalisieren, dass jeder Beteiligte weiß, wovon die Rede ist. Und das ist der Fall, wenn man von „Non-Money & Brand“ redet!
    Für mich ist der Anchor-Text ein entscheidender Faktor für den Preis/Wert eine Backlinks (hier habe ich mich dazu ausgelassen: http://marketingmixtur.de/seo-backlinkwert-bestimmen/.
    Weiter so, liebes AKM3-Team. Ich finde mit diesen fundierten Artikeln tragt ihr positiv zum Ruf der ganzen Branche bei!

  5. Pingback: Top 10 der Woche 02/13 « Google
  6. @Tom … die Kontrolle über Linktexte bei natürlichem Linkwachstum ist gar nicht nötig.
    Das „Gesetz der Natur“ sorgt ganz alleine dafür, dass natürlich gesetzte Links in der Regel (wenn kein SEO dahinter steckt) eher selten mit Money-Keywords (siehe hintere Hälfte des Verteilungsstrahls „wahrscheinlich SEO“) belegt werden und wahrscheinlicher mit nichtssagenden Worten (hier, zur webseite, …) oder dem Brand (zalando, hier bei zalando, …) als Linktext verlinkt werden. Kontrolle ist da gar nicht notwendig 😉

    Die paar % an Links, die trotzdem auf natürlichem Weg mit Money-Keywords gesetzt werden helfen dabei dem Ranking ohne zu schaden, da sie einfach die Onpage-Signale unterstützen und durch das natürliche Linkprofil vollkommen ungestraft davon kommen. können halt dazu gehören. Google bestraft ja keine Keyword-Links – Google wird nur aufmerksam, wenn diese Überhand nehmen (sprich das Linkprofil sehr „SEO-like“ wird).

  7. Hallo Andre, bin SEO-Neuling und befinde mich gerade im Aufbau einer Linkstrategie. Hierzu habe ich eine Frage an dich. Wenn ich mir das Keyword „Zalando Lounge“ betrachte (nur ein Beispiel), ist der Wettbewerb hier z.B. niedrig. Macht es aus deiner Sicht also Sinn, auf dieses Keyword zu optimieren. Ggf. könnte man hier den Titel so wählen: „Zalando Lounge: Gibt es die Lounge wirklich? Ziel sollte sein, in den Top 10 zu gelangen. Freue mich auf Rückmeldung

  8. ich hätte noch ein nicht ganz unwesentliche Ergänzung, wenn man sich einige Linkprofile ansieht: Bild Links und deren Anchortext. Das wird häufiger verwendet als man denkt. Und noch eines kann man diskutieren: wenn ein Brand Anchor auf eine Unterseite verlinkt. Sieht unauffällig aus, lenkt aber den Linkjuice weiter.

  9. Hi Knut,
    hast 100% recht. Und wahrscheinlich könnte man auch noch Kombis von Text und Bild als weitere Form herausarbeiten. Guter Hinweis! I like!
    BG
    Andre

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