Erfolgreich Scheitern

Das Prinzip des Stehauf-Männchens kennen die meisten noch aus Kindertagen. Fällt man hin, muss man wieder aufstehen. Es ist so simpel wie erfolgreich und doch fällt es vielen Gescheiterten Unternehmensgründern schwer, aus ihren Fehlern zu lernen und diese öffentlich einzugestehen. Dabei ist Scheitern keine Schande, wie man auf der erstmals in Berlin veranstalteten Failcon erfährt. Das Magazin Technology Review berichtet in der aktuellen Februar-Ausgabe über diese Konferenz – eine aus den USA stammende Idee, bei der die Teilnehmer ausnahmsweise einmal nicht über den Erfolg ihrer Gründergeschichten, sondern über deren Misserfolg berichten.

„Der Gescheiterte ist der Gescheitere – sofern er kein Dummkopf ist“

Nach diesem Motto verfährt der Veranstalter der ersten Berliner Failcon. Sascha Schubert geht selbst mit gutem Beispiel voran. Er fuhr sein zweites Start Up gegen die Wand und hat dennoch etwas richtig gemacht: Er hat aus seinen Fehlern gelernt, statt sie zu verdrängen und ist mit seinem dritten Geschäftsmodell dauerhaft erfolgreich. Das erhofft sich Schubert nun auch für andere Unternehmensgründer, die nicht nur Positives aus ihrem Geschäftsleben zu berichten haben. Die Failcon soll dazu beitragen, Erfahrungen auszutauschen und aus Negativem zu lernen. In Deutschland werden Misserfolge immer noch gerne totgeschwiegen und das obwohl laut Technology Review „Scheitern die Regel, Erfolg die Ausnahme“ ist. So wurden im Jahre 2011 hierzulande zwar 401 000 Unternehmen gegründet, 383 000 scheiterten jedoch meist schon innerhalb der ersten Jahre.

„Traue nicht deinem eigenen Hype und hinterfrage alles“

Im Zuge dieses Berichtes wurde auch Andre befragt, der 2005 mit Hitflip eine Tauschbörse für DVDs an den Start brachte, die eher von mäßigem Erfolg geprägt war. Rückblickend gibt Andre zu:

„Wir haben einfach nicht genug über das Businessmodell nachgedacht“

Wer sein Geschäftsmodell nicht ausreichend hinterfragt, landet schnell wieder im Aus. Was den letztendlich erfolgreichen Unternehmer vom dauerhaft erfolglosen unterscheidet, ist also manchmal schlicht der Umgang mit dem Misserfolg. Ruhe bewahren, Fehler analysieren und aus dem Scheitern lernen, sind die besten Grundzutaten, um beim nächsten Versuch ein Happy End vorzuweisen.

Failcon – die Konferenz über das Scheitern hat einen guten Start in Deutschland hingelegt und verspricht für alle gestolperten Existenzgründer eine hilfreiche Plattform des Austauschs zu werden. Fazit der ersten Failcon könnte sein: Das Ausmaß des Scheiterns liegt im Umgang mit dem Misserfolg.

© Image via Flickr – bubblebattle „fail“ Bestimmte Rechte vorbehalten.
Quelle: Flickr.com

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